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Im Gelände entwickelt: Wie die Spürhundeteams von Rogue die neue Schleppleine mitgestaltet haben

Whisper ist keine gewöhnliche Arbeitskollegin. Sie hat ganz besondere Fähigkeiten. Wenn ein bestimmter Geruch ihre Aufmerksamkeit weckt und sie plötzlich die Richtung ändert, muss ihr Partner ihr folgen.

Dieser Partner ist Heath Smith. Er arbeitet als sogenannter „Bounder“ bei Rogue Detection Teams, einer Organisation, die seit über 20 Jahren mit Wildtierforschern und Naturschutzorganisationen zusammenarbeitet. Als Bounders werden Hundeführer bezeichnet, die Untersuchungen im Gelände durchführen, Daten sammeln und Hunde zu spezialisierten Spürhunden ausbilden. Bei ihrer Arbeit haben die Teams bereits mehr als 50 verschiedenen Arten untersucht. Dabei spüren sie unter anderem Raubtierkot, Eulengewölle, invasive Pflanzen, Insekten, Nester und lebende Tiere auf. Ihre Funde helfen Forschern dabei, Wanderbewegungen, bedrohte Arten und den Zustand komplexer Ökosysteme besser zu verstehen.

Jeder einzelne Hund bei Rogue stammt aus dem Tierschutz oder aus einem Tierheim. Viele von ihnen wurden bei der Vermittlung immer wieder übergangen und schließlich als nicht vermittelbar eingestuft, weil sie zu viel Energie hatten, besonders temperamentvoll waren oder Verhaltensweisen zeigten, die nicht den Erwartungen an einen Familienhund entsprachen.

„Manche Eigenschaften, die das Zusammenleben mit einem Hund zu Hause schwierig machen, können bei der Arbeit im Gelände zu echten Stärken werden. Dafür müssen wir uns nur die Zeit nehmen, jeden Hund als Individuum zu verstehen“, erklärt Heath. „Unsere Hunde sind bei der Arbeit vollwertige Partner. Sie beschaffen Daten, entscheiden eigenständig und lassen uns die Umgebung durch ihre fantastische Wahrnehmung mit ganz anderen Augen sehen."

A Rogue Detection Dog looks at their human in the backcountry

Verständigung auf Augenhöhe

Die Teams arbeiten häufig in der Nähe von Straßen, steilen Abhängen oder in empfindlichen Lebensräumen, in denen auch Wildtiere unterwegs sind. Wind, rauschendes Wasser und dichtes Gestrüpp können dazu führen, dass gesprochene Kommandos untergehen. Die Hunde völlig ohne Leine laufen zu lassen, ist deshalb nicht immer sicher. Eine Schleppleine, also eine besonders lange Leine ohne Handschlaufe, bietet den Hunden genügend Freiraum zum Suchen und ermöglicht es den Hundeführern gleichzeitig, mit ihnen in Verbindung zu bleiben. Sie spielt deshalb eine wichtige Rolle bei ihrer gemeinsamen Arbeit.

Für Heath ist die Schleppleine eine Verbindung zwischen beiden Partnern. „Für mich hängen wir beide gleichermaßen an der Schleppleine.“ Wenn Whisper einen Geruch aufspürt und die Richtung wechselt, folgt Heath ihr. In anderen Situationen erkennt er eine Gefahr, kennt das Gelände vor ihnen oder verfügt über Informationen zum Suchgebiet, die er über die Leine an Whisper weitergeben kann. Beide bringen ihre eigenen Fähigkeiten und Kenntnisse in die Suche ein.

Viele ihrer Untersuchungen finden außerdem in geschützten Ökosystemen statt, darunter auch Nationalparks. Dort gelten besondere Auflagen zum Schutz empfindlicher Arten, die vorschreiben, dass Hunde an einer normalen Leine oder Schleppleine geführt werden müssen. Das Team hält sich an diese Regeln. Dank der Schleppleine haben die Hunde trotzdem genügend Freiheit, um ihrer Sucharbeit nachzugehen.

Der Tanz an der Schleppleine

Heath vergleicht die Arbeit mit einem Hund an der Schleppleine mit einem eingespielten Tanz. Beide Partner achten auf den anderen, reagieren aufeinander und wissen genau, wer in welchem Moment die Führung übernimmt. Über die Schleppleine werden selbst kleinste Bewegungen zu Signalen. Jedes kurze Zögern und jede Veränderung der Leinenspannung vermittelt neue Informationen.

Dabei funktioniert die Kommunikation in beide Richtungen. Wenn Whisper die Richtung ändert, kann Heath daran erkennen, dass sie eine Witterung aufgenommen hat. Für die beiden ist die Leine deshalb ein weiteres Mittel der Verständigung. Damit diese Kommunikation funktioniert, darf die Leine nicht im Weg sein. Eine zu schwere, stets straffe Leine verfängt sich leicht im Gestrüpp und und kann das natürliche Erkundungsverhalten des Hundes beeinträchtigen.

Up close shots of the Rogue Long Line out during testing

Die Zusammenarbeit mit Ruffwear

Noch ehe die Rogue Schleppleine auf den Markt kam, entwickelte das Rogue-Team eigene Modelle. Sie zogen die weiche Haptik von gewebtem Textilmaterial deutlich schwereren Stoffen vor. Die Leine sollte leicht und geschmeidig sein, die Bewegungen des Hundes mitmachen, mühelos durch Büsche gleiten und auch nach einem langen Arbeitstag noch angenehm in der Hand liegen.

„Unsere Partnerschaft mit Ruffwear besteht schon sehr lange, und das Unternehmen hat unsere Teams über unzählige Kilometer durch oft unwegsames Gelände begleitet“, sagt Heath. „Wir haben im Laufe der Zeit reichlich Ausrüstung draußen erprobt, von Hundeschuhen und Kühlwesten bis zu unterschiedlichen Geschirren, und immer unser Feedback und unsere Eindrücke weitergegeben.“

Diese Rückmeldungen haben dem Produktentwicklungsteam von Ruffwear enorm dabei geholfen, die Welt aus der Sicht eines Hundes und seine natürlichen Bewegungen besser zu verstehen. „Es ist jedes Mal eine riesige Freude, die umfassende Praxiserfahrung von Rogue mit unserer Entwicklungsexpertise zusammenzubringen“, betont Cristina Stavro, Product Line Managerin bei Ruffwear. „Schlussendlich erschaffen wir so Produkte, die nicht nur die Teams von Rogue bei ihrer beeindruckenden Arbeit unterstützen, sondern auch vielen anderen Hunden und ihren Menschen bei ihren gemeinsamen Alltagsabenteuern zugutekommt.“

Bei der gemeinsamen Entwicklung der Rogue Schleppleine mit Ruffwear hatte das Team ganz konkrete Vorstellungen:

Kein Hängenbleiben: Gesucht war eine Leine, die mühelos über Felsen, Äste und durch Gestrüpp gleitet, ohne sich zu verfangen. Denn alles, was irgendwo hängen bleiben kann, wird früher oder später auch hängen bleiben, selbst ein kleines Logoetikett. Deshalb sollte die Leine möglichst glatt und schlicht gestaltet sein und ohne Handschlaufe am Ende auskommen.

Leicht und flexibel: Die Hundeführer lassen das Ende der Schleppleine häufig hinter sich über den Boden gleiten, statt sie in der Hand aufzuwickeln. Beim Aufwickeln können sich Schlaufen verheddern und Knoten bilden, die an Hindernissen hängen bleiben und die Leine unberechenbar machen. Deshalb musste sie sich mühelos durchs Gelände ziehen lassen und so flexibel sein, dass sich die Hunde ganz natürlich bewegen können.

Sichtbarkeit: In dichtem Bewuchs oder unwegsamem Gelände ist eine Schleppleine nur schwer zu erkennen, wenn ihre Farbe mit der Umgebung verschmilzt. Ein leuchtender Orangeton sollte dafür sorgen, dass die Leine besser sichtbar ist und sich ihr Verlauf leichter verfolgen lässt.

Strapazierfähiges Gurtband: Da die Schleppleine täglich im Einsatz ist, brauchte das Team ein Material, das Wind und Wetter standhält und an dem Schmutz möglichst wenig haften bleibt. Dabei durfte die Leine weder unnötig schwer noch unhandlich sein und sollte sich auch nach vielen Stunden noch angenehm greifen lassen.

Rogue Detection dogs doing their jobs on a long leash.

Tipps für den Umgang mit der Schleppleine

Für den Start mit der Rogue Schleppleine rät Heath dazu, zuerst ein Gespür für die Bewegungen des Hundes zu entwickeln. Ein ruhiger, sicherer Ort bietet den idealen Rahmen, um dem Hund viel Entdeckungsraum zu geben und ihn in Ruhe zu beobachten.

Achte dabei auf die kleinen Signale seiner Körpersprache. Was weckt sein Interesse? Wohin führt ihn seine Neugier? Wie reagiert er, wenn ihn etwas begeistert oder verunsichert? Beobachte aber auch dein eigenes Verhalten. Wann möchtest du die Leine verkürzen, deinen Hund beim Schnüffeln unterbrechen oder ihn in eine andere Richtung lenken? Solche Momente verraten viel darüber, wie wir mit unseren Hunden kommunizieren.

Ein paar praktische Gewohnheiten helfen euch dabei, euch an die Schleppleine zu gewöhnen. Übe, die Leine gleichmäßig nachzugeben und wieder einzuholen, ohne dass sie sich verheddert. Achte darauf, dass sie sich nicht an Hindernissen verfängt, und wickle sie niemals um deine Hände oder Finger. Versuche außerdem, mit deinem Hund in Verbindung zu bleiben, ohne die Leine ständig unter Spannung zu halten. Finde heraus, wie du ihm am besten signalisierst, dass er stehen bleiben, zurückkommen oder die Richtung wechseln soll. Und lass ihn ab und zu selbst entscheiden, wo es langgeht. Vielleicht zeigt dir dein Hund dabei, was ihn besonders fasziniert, oder macht dich auf etwas aufmerksam, an dem du bisher immer vorbeigelaufen bist.

A Rogue dog stands by a lake

Was wir von Hunden lernen können

Die Gelegenheit zu haben, jeden Tag mit diesen Hunden zu verbringen und gemeinsam mit Forschenden in unberührten Landschaften zu arbeiten, ist für die Teams von Rogue ein Traum. „Wir haben unglaublich viel mit diesen Hunden teilen dürfen, und sie haben uns weit mehr gelehrt, als wir uns am Anfang vorstellen konnten. Nach über 20 Jahren lernen wir immer noch von ihnen, und wir hoffen, dass diese Reise niemals endet.

Das gesamte Team wünscht sich, dass die Rogue Schleppleine allen Menschen draußen als Impuls dient, einen Gang herunterzuschalten, die Umgebung wahrzunehmen und die Natur gemeinsam mit dem Hund zu genießen. Und vor allem, unseren Beitrag dazu zu leisten, sie zu schützen. „Für uns ist die Natur der Arbeitsplatz und für andere ein Ort der Erholung, aber für die Wildtiere ist sie ihr Zuhause.“

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